Abwasser

Neutrale Beratung zur Erfüllung Grossverbrauchermodell                                In verschiedenen Kantonen werden Grossverbraucher (> 500 MWh/a Stromverbrauch) aufgefordert, gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Dabei haben betroffene ARA in einem ersten Schritt festzulegen, welchen der drei möglichen Wege sie beschreiten wollen.

- Universal-Zielvereinbarung (UZV)
- kantonale Zielvereinbarung (KZV)
- Energieverbrauchsanalyse (EVA)

Sofern die ARA den Weg mit dem Kanton, also KZV oder EVA wählen und keine professionelle Betreuung haben, können die Betreiber bei Bedarf InfraWatt um Unterstützung insbesondere bezüglich der Erfüllung der Anforderungen des Grossverbraucherartikels anfragen. InfraWatt hat zum Grossverbraucherartikel (GVA) eine Empfehlung für ARA und WV abgegeben.

Förderprogramm "Wärmeverbünde"                                                                Die Stiftung KliK fördert schon seit Jahren Wärmeverbünde, die mit erneuerbaren Energien oder Abwärme gespeist werden. Beim neuen Programm Wärmeverbünde, z. B. mit Abwasserwärmenutzung, liegen die Förderbeiträge bei 100 Fr. pro Tonne CO2; der Bewilligungsprozess wird aber bei diesem Programm wesentlich vereinfacht und beschleunigt, die finanziellen Beiträge werden für ein Projekt planbarer.

Der Verein InfraWatt bietet dazu kostenlose Vorabklärungen an.

Förderprogramm "Effiziente ARA"                                             Abwassserreinigungsanlagen haben beträchtliche Energiekosten, vor allem aufgrund des hohen Stromverbrauches. Mit dem Förderprogramm "Energieeffiziente ARA" von InfraWatt in Zusammenarbeit mit dem VSA können ab sofort Massnahmen und Studien zur Stromeinsparung gefördert werden.

Ausgangspunkt für alle Kläranlagen: Grobcheck                                     Kläranlagen tragen zum Schutze unserer Gewässer bei. Dafür braucht eine Kläranlage sehr viel Energie, nämlich mehr Strom als alle Schulen in der Gemeinde. Kläranlagen verfügen aber auch über enorme Mengen an erneuerbarer Energie, dank dem Klärgas, dem Klärschlamm und dem Abwasser. Zudem werden aktuell in einem BFE-Leuchtturmprojekt von InfraWatt die Machbarkeit von Lastverschiebungen und Verkauf an einen Regelpooler untersucht.

 

Bei den meisten Kläranlagen in der Schweiz wurden in der Vergangenheit bereits Energiemassnahmen untersucht und umgesetzt. Da sich die Technologien jedoch ständig entwickeln verfügen viele Kläranlagen noch über grosse Energiepotenziale. Eine Studie vom Bundesamt für Umwelt (2012) kommt zum Schluss, dass der Fremdstrombezug theoretisch um 40% gesenkt werden kann. Hierbei sind die geplanten Massnahmen gegen Mikroverunreinigungen miteingerechnet. Mit dem Grobcheck kann ein Betreiber rasch herausfinden, ob seine Anlage energetisch auf dem neusten Stand der Technik ist oder ob noch weitere Energiepotenziale vorhanden sind. Der Grobcheck ermöglicht auch eine Erfolgskontrolle der durchgeführten Energiemassnahmen, so dass der Grobcheck auch als Grundlage für die Jahresberichte dient.

 

Stehen generelle Sanierungen/Erneuerungen auf der ARA an oder weist der Grobcheck auf Energiesparmöglichkeiten hin, lohnt sich eine gezielte Untersuchung und Optimierung der konkreten Energiemassnahmen. Dafür hat sich die Feinanalyse bewährt, welche die konkreten Massnahmen, die Kosten und Einsparungen und die Wirtschaftlichkeit aufzeigt. Die Feinanalyse wird alle 5 Jahre auf den neusten Stand gebracht. Auf der Basis der Feinanalyse kann der Betreiber über die Realisierung entscheiden und einen Budgetplan erstellen. Die Feinanalyse hat sich in der Praxis bewährt:

 

  • Auf den meisten ARA sind Energieeffizienzpotenziale vorhanden. Die Energiekosten lassen sich um bis zu 50% senken.
  • Das im Rahmen der Energieanalysen vorgeschlagene Paket an Massnahmen wirft in der Regel einen betriebswirtschaftlichen Gewinn ab.
  • Die Kosten für die Energieanalyse amortisieren sich meistens in weniger als einem Jahr.  

 

Stromproduktion aus Klärgas lohnt sich
Die Kläranlagen in der Schweiz sind grosse Stromproduzenten, sie erzeugen aus Klärgas über 100 Millionen kWh erneuerbaren Strom pro Jahr. Dies entspricht dem Stromverbrauch von rund 50'000 Einwohnern. Strom aus Klärgas hat eine hervorragende Oekobilanz und darf mit dem Label "naturmade star" zertifiziert werden. Den erzeugten Strom kann der Betreiber auf der ARA selbst nutzen, oder als Ökostrom verkaufen. Dabei können die BHKW oder Gasturbinen über die KEV finanziell unterstützt werden, wobei zukünftig Investitionsbeiträge bis zu 20% vorgesehen sind. Dadurch wird die Verstromung vom gesamten anfallenden Klärgas oder der Bau von neuen BHKW mit höheren Wirkungsgraden wieder lukrativer. InfraWatt gibt Auskunft über den aktuellen Stand der KEV, die Vergütung und das Bewilligungsprozedere.

 

Klärschlamm
Klärschlamm ist ein erneuerbarer Energieträger. Bei der Nutzung von Klärschlamm als Brennstoff können in Zementwerken fossile Brennstoffe ersetzt und CO2-Emmissionen reduziert und in der KVA oder in einer Monoverbrennung erneuerbarer Strom und Abwärme für Fernwärme geliefert werden. Zukünftig muss der im Klärschlamm enthaltene Phosphor zurückzugewonnen werden (vgl. TVA vom BAFU), was bei der Wahl der Klärschlammentsorgungungswege eine entscheidende Rolle spielen wird. Dazu haben wir ein Tool entwickelt, mit dem die Energiebilanz für eine Kläranlage individuell berechnet und die verschiedenen Entsorgungswege miteinander verglichen werden können.

 

Klärgas als Treibstoff
Klärgas kann hochwertig im eigenen BHKW auf der ARA genutzt werden. Die Einspeisung ins Erdgasnetz lohnt sich nur für grosse ARA, weil dazu eine Aufbereitungsanlage gebaut werden muss und zusätzliche Energie verbraucht wird. InfraWatt berät Kläranlagen bei der Entscheidungsfindung und beim Energiekonzept bzw. der Frage, wie der eigene Strom- und Wärmebedarf auf der ARA weiterhin mit erneuerbaren Energien oder Abwärme gedeckt werden kann.

 

"Médaille d'eau"

Die Auszeichnung "Médaille d'eau" wird alle 5 Jahre für energiebewusste Kläranlagen vergeben. Letztmals wurden 2013 in Bern 24 ARA prämiert (siehe News). Die zentralen Kriterien für die Auszeichnung sind ein energiebewusstes Handeln, die Durchführung einer Energieanalyse und vor allem auch die Umsetzung von Energiemassnahmen.

 

Abwasserwärmenutzung (für mehr Informationen siehe Abwärme) 

 Die Kläranlagen können den eigenen Wärmebedarf mit Abwärme aus dem BHKW selbst abdecken. Die Anlagen verfügen aber mit dem Abwasser über eine Energiequelle, mit der ganze Siedlungsgebiete ausserhalb der ARA beheizt werden könnten. Sofern sich in der näheren oder weiteren Umgebung Abnehmer befinden, lohnt es sich den Verkauf von Wärme zu prüfen, wie dies z.B. die ARA Morgental in Steinach/Arbon mit einem Contractor macht. In diesem Fall kann auch überschüssige Wärme aus dem BHKW, den Gebläsen etc. genutzt werden.

 

 

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Liste Fachleute_Seminar_Energieeffiziente_ARA.pdf182.38 KB
Grossverbraucher_2015_de.pdf251.33 KB